1. Urlaubstag
Nachdem ich mich bisher hauptsächlich eher zwischen Jerusalem und Tel Aviv und ganz im Norden bewegt habe mit kurzen besuchen zum Toten Meer, will ich nun weitere Städte besuchen. Angefangen habe ich mit Haifa, das ich bisher nur als "das dort auf dem Berg ist Haifa" gekannt habe. Da Haifa die dritte Israelische Stadt ist die ich besucht habe (ich war bisher meistens in kleinen Siedlungen (nicht die illegalen, die guten Siedlungen)), war ich beeindruckt wie verschieden die einzelnen Städte sind: Da wäre Jerusalem, dass sich hauptsächlich durch die sehr hügelige Landschaft, die mit weiß-beigen Stein versehenen Häuser, die teilweise doch sehr starke Trennung zwischen Juden und Muslimen in West- und Ostjerusalem und durch die orthodoxen Juden auszeichnet. Daneben das sehr liberale Tel Aviv, das auf einer Ebene entlang des Mittelmeers liegt und das viele säkulare Juden beherbergt.
Haifa, mit 300.000 Einwohner die drittgrößte Stadt Israels, ist so etwas wie eine Mischung aus beiden und hat doch seine Eigenheiten. Ein Zentrum der Stadt liegt am Berg Karmel (Betonung liegt auf dem "a"), Von da aus geht es hinunter bis ca. einen Kilometer vor dem Meer. Die Stadt besitzt im Gegensatz zum Großteil von Tel Aviv und Jersualem arabischen Charakter, was man schon am Strand bemerken kann, wo das klacken der Matkot-Spieler von Rauch der Wasserpfeifen überlagert wird. (Matkot ist quasi der Nationalsport Israels und ein Art Squash mit übergroßen Tischtennisschlägern ohne Wand, dafür steht man sich direkt gegenüber). Eine weitere Besonderheit Haifas ist das Weltzentrum des Bahaismus, das sich inmitten von Haifa befindet und dessen weitläufige, prachtvollen und penibel gepflegten Gartenanlagen eher untypisch für Israel sind.
Die Busfahrt von Jerusalem nach Haifa dauerte am Montagmorgen ca. 2 Stunden. Dort angekommen wollte ich auf die Spitze des Karmel fahren, irrte mich aber bei der Buslinie, sodass ich zuerst eine Runde um die Bucht von Haifa drehte. Oben am Karmel angekommen, bewegte ich mich in Serpentinen zu Fuß Richtung Meer. Dort blieb ich dann auch den Rest des Nachmittages bevor ich am Abend wieder nach Jerusalem zurückfuhr (Zuvor habe ich eine halbe Stunde nach dem angeblich besten Falafel in Israel gesucht, bis ich es verschlossen vorfand).
Die Bucht von Haifa
Blick über den Karmel
Bahai-Schrein von oben
Im Garten des Bahai-Schreins
Bahai Schrein von unten
2. Urlaubstag:
Am nächsten Tag brach ich am Morgen zum südlichsten Punkt Israels, der Kleinstadt Eilat, auf. Kurz nach der fünfstündigen Busfahrt musste ich feststellen, dass der einzige Zweck Eilats der Tourismus zu sein scheint, ohne jedoch wirkliche Sehenswürdigkeiten zu besitzen.
Fünf Stunden Busfahrt davon vier durch die Wüste
Mein Bett (ich hatte großes Glück, da ich in einer Jugendherberge übernachtete, in der die Nacht nur ca. 10 € kostete und ich in zwei von drei Nächten alleine im Vierbettzimmer schlief, das glücklicherweise auch klimatisiert war, da Temperaturen von über 40°, wie sie in Eilat herrschten, doch ungemütlich werden können).
Der Central-Park von Eilat...
Da sich Israel im Süden zuspitzt sieht man an vielen Stellen ein Nachbarland, Ägypten oder, wie hier, Jordanien (ob sie mit dieser Fahne etwas kompensieren wollen?)
3. Urlaubstag:
Nachdem mich der Charme Eilats also nicht gefangen hat, beschloss ich an den beiden darauffolgenden Tagen zwei Nationalparks in der Wüste zu besuchen. Der erste war das Timna Tal, das einerseits wegen seiner ungewöhnlichen Sandsteinformationen bekannt ist und andererseits befinden sich dort auch Kupferminen der alten Ägypter ca. aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Nach ca. 4 Stunden Fußmarsch in der Wüste musste ich feststellen, dass mein Wasservorrat langsam zu Ende ging und ich beschloss durch den Rest des Tales zu trampen. So lernte ich dann auch eine sehr nette junge israelische Familie kennen.
Alte Kupferquelle (die Öffnungen in der Minenschächte)
Neue Kupferquelle
4. Urlaubstag:
Am nächsten begab ich mich nach Mitzpe Ramon, eine kleine Ortschaft die direkt am Rand des Ramon Kraters liegt. Dieser Krater ist der größte geologische Krater (d.h. nur durch Verwitterung entstanden) der Welt und ist 40km lang, 2-10km breit und hat eine Höhendifferenz von bis zu 400 m. Im Krater findet man Dinge aus den verschiedenste Epochen, seien es urzeitliche Fossilien oder Überreste von Siedlungen, die an der Gewürzstraße lagen, die durch den Krater führte. Ich beschloss eine Wanderroute vom Rand des Kraters hinunter zu nehmen. Nachdem ich diesem 4 Stunden gefolgt bin, endete dieser in einer Schnellstraße, ein paar Kilometer von Mitzpe Ramon entfernt. Deswegen musste ich ein weiteres Mal trampen und fuhr dann von Mitzpe Ramon zurück nach Eilat, von wo ich am nächsten Tag nach Jerusalem zurückfuhr, wo ich die restlichen Urlaubstage verbrachte.
Blick vom Rand in den Krater (die schwarzen Flecken sind keine Schatten, sondern Basaltfelder)
Blick vom Krater zum Rand
Auf dem Weg trifft man auf Sandstein in den verschiedenen Farben, ob rot
violett,
oder, als Basalt, schwarz (hier inmitten eines Basaltfeldes)
Aus welcher Epoche diese Nachricht stammt
Soldatin in einem, für die Umgebung (Bus) normalen, Zustand, nämlich schlafend(Da nur ein Regionalbus von Eilat nach Mitzpe Ramon fährt und es im Süden eher weniger bewohnte Gegenden, dafür umso mehr Militärbasen gibt, war ich wahrscheinlich der einzige Zivilist im vollständig gefüllten Bus).
1 Kommentar:
Schön wieder mal von dir zu lesen!
Ich hoffe du bist in der Hitze nicht verdurstet.
mit freundlichen Grüßen
Aus dem Regen und Sturm gebeutelten Linz
Wiese
Kommentar veröffentlichen